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Demenz Besonderheiten

Betreuungs- und Entlastungsleistungen

Je nach Einschränkung des Angehörigen stehen monatlich bis zu € 208,-- für professionelle Hilfe bereit.

Allen Pflegebedürftigen zusätzlich 104 Euro für Betreuungs- und Entlastungsleistungen zur Verfügung. Den an Demenz erkrankten Versicherten stehen weitere Zuschüsse zur Verfügung. Der Medizinische Dienst nimmt in seinem Gutachten neben der klassischen Pflegebedürftigkeit (Hilfe bei Körperpflege, Ernährung und Mobilität) auch zu demenziellen Erscheinungen Stellung.
 
Pro Monat stehen gegebenenfalls – je nach Einschränkungen der Alltagskompetenz – 104 oder 208 Euro zur Verfügung. Von der Weglauftendenz über ein herabgesetztes Urteilsvermögen bis zum unkontrolliert emotionalen Verhalten werden insgesamt 13 Kriterien geprüft. Diese Leistungen kommen übrigens auch Personen zugute, die in die Pflegestufe 0 eingruppiert worden sind. Das Geld kann für professionelle Betreuung ausgegeben werden, zum Beispiel für tagesstrukturierende Maßnahmen eines Pflegedienstes oder für den Eigenanteil bei der Kurzzeit-, Tages- oder Nachtpflege. Der Betreuungsbetrag wird nur gegen Vorlage einer Rechnung von der Pflegekasse erstattet.

208 Euro monatlich bei Demenz

104 Euro werden gezahlt, wenn ein an Demenz erkrankter Versicherter zwei der folgenden 13 Kriterien erfüllt. Dabei muss mindestens ein Krankheitsmerkmal aus den Bereichen 1–9 erfüllt sein. Die erhöhten Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Höhe von 208 Euro werden gewährt, wenn mindestens eine zusätzliche Einschränkung aus den Bereichen 1–5 oder 9 besteht.

1. Weglauftendenz

Der Patient verlässt seinen Wohnbereich und gefährdet sich oder andere. Er sucht seine Angehörigen oder will zur Arbeit gehen.

2. Gefahren für die Gesundheit

Wer als Fußgänger im Straßenverkehr nicht mehr zurechtkommt oder in unangemessener Kleidung draußen unterwegs ist, erfüllt das zweite Kriterium.

3. Gefahren im Haushalt

Dazu zählen: Wäsche im Backofen trocknen, der unbeaufsichtigt angeschaltete Herd, unkontrolliert aufgedrehte Gasanschlüsse, kochendes Wasser zum Zähne putzen, der unangemessene Umgang mit offenem Feuer, Medikamenten oder Chemikalien sowie der Verzehr verdorbener Lebensmittel oder Zigaretten.

4. Aggressivität

Der an Demenz Erkrankte verkennt die Situation, wenn er andere Menschen schlägt, tritt, beißt, kratzt, kneift, bespuckt, stößt oder mit Gegenständen bewirft. Zu diesen Verhaltensauffälligkeiten gehört es auch, eigenes oder fremdes Eigentum zu zerstören, in fremde Räume einzudringen, sich selbst zu verletzen oder andere Menschen zu beschimpfen oder zu beschuldigen.

5. Anormales Verhalten

Zum Krankheitsbild gehören ein starker Betätigungs- und Bewegungsdrang, wie ständiges An- und Auskleiden, Nesteln, Zupfen oder waschende Bewegungen. Ebenfalls in diese Kategorie fallen der falsche Umgang mit Körperausscheidungen oder das Verschmieren von Nahrungsmitteln. Zu den Alarmsignalen zählen die sexuelle Belästigung anderer Personen, permanentes Schreien und Rufen ohne ersichtlichen Grund sowie das Verstecken oder Sammeln von eigenen oder fremden Gegenständen.

6. Körperliche und seelische Bedürfnisse nicht wahrnehmen

Wer Hunger und Durst nicht mehr wahrnimmt und nicht mehr zum Ausdruck bringen kann oder – im Gegensatz dazu – alles Erreichbare isst und trinkt, erfüllt ein klassisches Demenzkriterium. Dazu zählt auch ein mangelndes Schmerzempfinden bei Verletzungen. Außerdem können Betroffene Schmerzen nicht mehr zum Ausdruck bringen oder sie lokalisieren. Ebenso gehört in diese Kategorie ein vermindertes Gefühl für den Toilettengang.

7. Depressionen oder Angststörungen

Der Patient arbeitet bei therapeutischen Maßnahmen nicht mit und liegt tagsüber apathisch im Bett oder verlässt den Platz nicht mehr, an den ihn die Pflegekraft morgens gesetzt hat. Er lässt sich nicht aktivieren oder verweigert die Nahrung.

8. Die sozialen Leistungen im Alltag

Der Patient erkennt vertraute Personen wie die Kinder, den Ehepartner oder die Pflegerin nicht mehr. Er kann nicht mehr richtig mit Geld umgehen, hat Absprachen nach kurzer Zeit vergessen, findet einfache Wege innerhalb der Wohnung nicht mehr oder kann sich nicht mehr artikulieren.

9. Störung im Tag-/Nacht-Rhythmus

Typisch für die Krankheit ist, dass die Menschen nachts unruhig und verwirrt sind und beispielsweise ihr Mittagessen verlangen oder zum Einkaufen gehen wollen.

10. Den Tagesablauf sinnvoll planen

Aufgrund zeitlicher, örtlicher oder situationsbezogener Desorientierung können Körperpflege, Ernährung oder Mobilität sowie einfache Aktivitäten nicht mehr geplant und durchgeführt werden.

11. Verlust des Realitätssinns

Es ist extrem schwer für den Betroffenen, unter Ängsten und Bedrohungen zu leiden, die gar nicht vorhanden sind. Wer Angst vor seinem eigenen Spiegelbild hat, sich von Personen aus dem Fernsehen verfolgt oder bestohlen fühlt, Personenfotos für fremde Personen in seiner Wohnung hält, aus Vergiftungswahn das Essen verweigert, Gift im Essen riecht oder schmeckt, ein Komplott gegen sich vermutet, mit Nichtanwesenden redet und schimpft oder unter Halluzinationen leidet, braucht dringend Unterstützung.

12. Unkontrolliert emotionales Verhalten

Plötzliches Weinen, Distanzlosigkeiten, Euphorie, Reizbarkeit oder unangemessenes Misstrauen zeigen das Ausmaß dieser Krankheit.

13. Therapieresistente Depressionen

Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit zeigen sich oft als Ausdruck einer therapieresistenten Depression. Daher ist ein ständiges Jammern und Klagen über die Sinnlosigkeit des eigenen Lebens oder Tuns ernst zu nehmen. Demenz ist und bleibt eine schwere Krankheit.

CD-Tipp

Zum Thema Demenz bieten wir in unseren Online veschiedene Hörbücher an:

Demenz – Betreuung zu Hause
Meine an Demenz erkrankte Mutter soll nicht mehr Auto fahren. Meine Schwiegermutter wäscht sich nicht mehr, und verweigert jede Hilfe. Mein Mann weckt mich nachts und weiß nicht, wo er ist. Was kann ich tun? Angehörige berichten über ihre alltäglichen Erfahrungen mit der Krankheit und stellen Fragen.

Demenz – Schwerpunkt Aggressivität
Zur Demenz gehören auch Veränderungen des Wesens und des Verhaltens. Die Angehörigen eines an Demenz Erkrankten sind meist vollkommen überrascht, wenn es zu körperlichen Auseinandersetzungen kommt. Doch es gibt Hilfe: Ein angemessener Umgang ist möglich.

Demenz – Tipps von Pflegeprofis
Was kann ich tun, wenn der erkrankte Vater jede Hilfe ablehnt? Wie bringe ich meine Mutter dazu, dass sie sich abends auszieht? Was ist der Unterschied zwischen Alzheimer und vasculärer Demenz? Wie wird Demenz diagnostiziert? Das sind nur vier Fragen, die von den Pflegeprofis beantwortet werden.



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